Geschichte und Entwicklung

Die Bärenhöhle, die einzige Naturhöhle des Burgenlandes, liegt nördlich von Winden am See, im Zeilerberg, einem Ausläufer des Leithagebirges. Sie wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg entdeckt. Bei Grabungen wurden Knochenfunde von eiszeitlichen Höhlenbären, Hyänen und Wölfen gemacht. Das vollständige Skelett eines Höhlenbären befindet sich im Turmmuseum Breitenbrunn. Auf dem gesamten heutigen Gemeindegebiet von Winden am See konnten zahlreiche jungsteinzeitliche Streufunde zutage gebracht werden, die auf eine frühe menschliche Besiedelung hinweisen. Unter anderem wurde auch eine ausgedehnte jungsteinzeitliche Siedlung mit Gräbern entdeckt und zum Teil systematisch freigelegt. In den Rieden "Rübenacker" und "Auflangen" wurde neben Gräbern und Siedlungsstellen der frühbronzezeitlichen Wieselburger Kultur auch eine weitausgedehnte Siedlung der mittleren Hallstattzeit mit mehreren Brand- und Skelettgräbern gefunden. Vom Gipfel des Zeilerberges stammen bronze- und hallstattzeitliche Keramikfunde.

Besonders die Römerzeit ist von großer Bedeutung. Aufgefundene Mauerreste lassen vermuten, dass sich auf Windener Boden ein römisches Lager befunden hat. Ferner wurde ein römischer Gutshof ausgegraben und dabei die älteste Weinpresse Österreichs gefunden, die sich im Burgenländischen Landesmuseum befindet. Der Verlauf der römischen ,,Bernsteinstraße" von Carnuntum nach Scarabantia konnte auf Windener Gemeindegebiet genau festgestellt werden.
 
Am südöstlichen Abhang des Königsberges wurde eine gut erhaltene Eisenlanzenspitze geborgen, die in die Zeit der germanischen Völkerwanderung (6. Jh.) datiert.
Urkundlich wird die Gemeinde als ,,Sasun sive Winden" bereits im Jahr 1217 das erste Mal erwähnt. Damals dehnte König Andreas II. von Ungarn die Steuerfreiheit der Zisterzienser von Heiligenkreuz auch auf Winden aus.
Im Laufe der Zeit kam die ganze Siedlung in den Besitz des Zisterzienserklosters Heiligenkreuz. 1221 schenkte Graf Poth seine Besitzungen in ,,Sason" dem Orden, dem er als Bruder angehörte. Der anfangs kleine Besitz wuchs durch Schenkungen und Ankäufe.
 
Der schreckliche Tatarenzug im Jahr 1241 bedeutete auch für das junge Winden den völligen Untergang. Jahrelang blieb der Ort verödet, bis ihn die Zisterzienser von Königshof wiederum mit Österreichern besiedelten.
1347 trat der Raaber Bischof Koloman das Zehentrecht von Winden am See dem Stift Heiligenkreuz ab. Allerdings gab es im Laufe der Zeit diesbezüglich so manche Auseinandersetzung zwischen dem Orden und der Diözese.
1605 überfielen die Aufständischen Bocskays das Dorf, setzten es in Brand und verwüsteten es. Die Bewohner flohen, und der Ort lag über zwei Jahre verödet da, bis ihn die Heiligenkreuzer - nun bereits zum dritten Mal - mit Kolonisten aus Österreich nachbesiedelten.
 
1644 wurde Winden am See von der Pest heimgesucht, der innerhalb von vier Monaten 300 Menschen zum Opfer fielen. Die schöne im Jahr 1646 errichtete Pestsäule erinnert noch heute an dieses traurige Ereignis.
Ein großes Unglück traf Winden auch durch den Türkenzug von 1683; das Dorf wurde verbrannt und vollends ausgeplündert. Viele Bewohner wurden getötet oder verschleppt. Nach Beruhigung der Lage stellte das Stift finanzielle Mittel für den Wiederaufbau der Häuser zur Verfügung, um die Geflohenen zur Rückkehr zu bewegen; überdies wurden neue Siedler aus Österreich angeworben.
 
1705 wurde der Ort von den aufständischen Kuruzzen heimgesucht und musste eine Kontribution von hundert Gulden leisten. Die ,,Kuruzzen-Luck´n", eine geräumige Höhle, die 1915 verschüttet wurde, soll damals den Bewohnern von Winden und Breitenbrunn als Zuflucht gedient haben.

Die Besetzung des Ortes durch die Franzosen im Jahr 1809 verursachte weniger Schaden.
Die Cholera, die 1832 Winden heimsuchte, forderte hunderte Opfer. Die Ortschaft hatte auch viel durch Brandkatastrophen zu leiden. 1834 brachte das Feuer schreckliches Unheil; das halbe Dorf brannte ab und sechs Leute wurden ein Opfer der Flammen. Da bei diesem Brand auch das Schulhaus eingeäschert wurde, erfolgte im Jahr 1835 ein Neubau.
 
In der Nachkriegsphase galt es, die Infrastruktur im Dorf entsprechend zu gestalten. Die Volksschule wurde renoviert und ein Kindergarten eingerichtet.
1954/55 erfolgte der Bau eines Feuerwehrhauses, 1960/61 wurde das Gemeindehaus errichtet, der Ortsbach wurde Mitte der 60-er Jahre verlegt. Winden am See war die erste Gemeinde im Bezirk, die eine eigene Ortskanalisation und Kläranlage errichtete (in den 60-er Jahren).
 
Die Fertigstellung des Kultur- und Vereinshauses erfolgte im Jahr 1993; es dient den Vereinen und der Bevölkerung zu kulturellen und informativen Veranstaltungen. Vor dem Kultur- und Vereinshaus wurde ein Festplatz gestaltet, der 1999 im Rahmen des ,,Ersten Windener Kulturfestes" feierlich eingeweiht und eröffnet wurde. Bauland wurde erschlossen, um einer Abwanderung der Dorfbewohner entgegenzuwirken. Seit dem Jahr 1997 besteht in Winden am See ein umfassendes Konzept zur Dorferneuerung. Das gesamte Ortsbild erhielt eine neue Gestaltung; Park- und Grüninselbereiche wurden bepflanzt, ein Kinderspielplatz errichtet, im Kellerviertel wurden viele Weinkeller saniert und revitalisiert.

Neues Feuerwehrhaus, neue Sportanlage, Wohnungen, Reihenhäuser, Bauhof mit Altstoffsammelzentrum, ein neues, modernes Volksschulgebäude, Gmuastodl, Betriebsansiedlung, Wander- und Radwege...